19. – 25. August 2018: Mit dem Leben zurechtkommen
Eine Lesewoche mit Michel de Montaignes „Essais“

 

„Dass ein solcher Mensch geschrieben hat, dadurch ist wahrlich die Lust, auf dieser Erde zu leben, vermehrt worden“ – von keinem Geringerem als von Friedrich Nietzsche stammt diese Lobrede auf Michel de Montaigne, der sich mit 38 Jahren aus dem politischen Alltagsgeschäft zurückzog, um sich in seinem Schloss bei Bordeaux ganz dem Schreiben zu widmen. Seine zwischen 1580 und 1588 erschienenen „Essais“, die dieses literarische Genre begründeten, haben nichts von ihrer Faszination verloren. Fernab vom Gedanken, ein steriles philosophisches System zu entwickeln, will Montaigne in größter Aufrichtigkeit von sich erzählen und damit von der Vielfalt des menschlichen Lebens. Was er uns heute noch zu sagen hat, wollen wir in der genauen Lektüre ausgewählter Essays ergründen – und dabei im offenen Gespräch über das gute, richtige Leben nachdenken. Ganz im Sinne seines Landsmanns Gustave Flaubert: „Studieren Sie das, wovon Sie noch nichts wissen: die Erde. Doch ich empfehle Ihnen zuerst Montaigne. Lesen Sie ihn von Anfang bis Ende, und wenn Sie fertig sind, beginnen Sie wieder von neuem.“

Leider ist die Denkwoche schon ausgebucht. Wir freuen uns, wenn Sie in unserem Denkangebot weiterstöbern und das Richtige für Sie finden.

 

Der Referent

Prof. Dr. Rainer Moritz studierte Germanistik, Philosophie und Romanistik. Seit 2005 leitet er das Literaturhaus Hamburg. Er ist Vize-Präsident der Marcel Proust Gesellschaft, schreibt Literaturkritiken unter anderem für die „Neue Zürcher Zeitung“, den MDR, den Deutschlandfunk sowie die „Literarische Welt“ und veröffentlichte zahlreiche Bücher – darunter „Die Überlebensbibliothek. Bücher für alle Lebenslagen“, „Mit Proust durch Paris“ und „Der schönste Aufenthalt der Welt. Dichter im Hotel“.

 

 

Wochenplan

Wochentag Tagesprogramm
Sonntag, 19. August Anreisetag mit Abendprogramm: Begrüßung, Vorstellung der Équipe und Ausblick auf die anstehende Begegnungswoche, gemeinsames Diner
Montag, 20. August Wer war dieser Montaigne?

Wir wollen seine ungewöhnliche Biografie kennenlernen, den Lebensweg eines politischen hoch aktiven Mannes, der sich in voller Lebenskraft auf sich selbst besinnt und über sich selbst zu beschreiben beginnt. Ein Blick in Montaignes „Tagebuch der Reise nach Italien über die Schweiz und Deutschland“ soll uns den Zugang erleichtern.

Dienstag, 21. August Montaignes Essays I: „Über die Einsamkeit“ und „Über das Bereuen“

Welche Stärke gewinnt der Mensch, wenn er sich auf sich selbst besinnt? Was unterscheidet das Alleinsein vom Einsamsein? Wie umgehen mit unseren Irrtümern und Lastern? „Unser Übel liegt in der Seele; die aber kann sich selbst nicht entfliehen. Also muss man sie zurückholen und in sich selbst zurückführen: das ist die wahre Einsamkeit, die man inmitten der großen Städte und der Königshöfe genießen kann; aber im Abseits lässt sie sich angenehmer genießen.“

Mittwoch, 22. August Gemeinsamer Tagesausflug.
Donnerstag, 23. August Montaignes Essays II: „Über die Macht der Phantasie“ und „Über die Menschenfresser“

Was ist die Wirklichkeit? Wie stellen wir uns ihr, wenn uns die „Wirkungskraft der Einbildung“ erfasst, wenn wir von niedrigen und edlen Lüsten angespornt werden und die Phantasie wirklicher als alles andere erscheint? Und was tun, wenn wir von fremden Völkern, ganz fremden Sitten hören? Wo werden unsere Urteile zu Vorurteilen?

Freitag, 24. August Montaignes Essays III: „Über einige Verse des Vergil“ und „Philosophieren heißt sterben lernen“

„Alles, was du zu tun wagst, wage auch zu sagen“ – darauf gründen die Essays, und deshalb ist es selbstverständlich und erhellend, offen über Moral, Liebe, Sex und Ehe zu sprechen. Und wie unterschiedlich gehen Mann und Frau damit um? Wie lernen wir das Wesentliche vom Unwesentlichen zu unterscheiden? Und nicht zuletzt: Wie ertragen wir es, dass das „Ziel unserer Laufbahn“ unweigerlich der Tod ist? „Vielleicht glauben jene, die nicht an den Tod denken wollen, aufgeschoben sei aufgehoben.“

Samstag, 25. August Verabschiedung nach dem Frühstück
Frühstück täglich um 9h, Mittagessen um 13h, Abendessen um 19h30. Denkzeiten vormittags von 10:30h bis 12:30h, nachmittags von 15:30h bis 18:00h.

Änderungen je nach Wünschen der Gruppe vorbehalten.

 

Preis

Denkwochencode: 0618MOR

1.890€ im Einzelzimmer (1.680€ p.P. im Doppelzimmer) inklusive Vollpension und aller nicht-alkoholischen Getränke, Seminargebühr sowie 6 Übernachtungen im Château d‘Orion, Aquitanien, Frankreich.

In Zusammenarbeit mit ZEIT Reisen.

Näher beschreibt eine eigene Seite den komfortablen wie stilvollen Aufenthalt und auf der Seite des Château d’Orion finden Sie Hinweise zur Anreise. Es ist leichter als gedacht.

Alle Preise inkl. Mehrwertsteuer.

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