10. – 16. Juni 2018: Geschichte – Was macht sie mit uns, was machen wir mit ihr?

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Maerten van Heemskerck, Panorama mit der Entführung der Helena inmitten der Wunder der alten Welt (1535)


 

 

Liebe Denkerin, lieber Denker,

wer auf der Suche nach Inspiration und Erholung ist und der Kunst des gelingenden Lebens auf die Spur kommen möchte, der ist im Château d’Orion, dem Gäste- und Kulturhaus am Fuße der Pyrenäen, genau richtig. Wo könnte man besser über Wesentliches nachdenken als unter der alten Platane mit Blick auf Wiesen, Weiden und Wälder oder vereint um das prasselnde Lagerfeuer?

Vielleicht ist genau dieses Ihr Thema: Geschichte – was macht sie mit uns und was machen wir mit ihr? 

Haben Sie sich auch schon mal gefragt, was eigentlich mit uns geschieht, wenn wir uns mit Geschichte beschäftigen? Oder sind Sie viel eher der Meinung, dass sich ein Blick zurück wenig lohnt, da wir ohnehin nur nach vorne leben?

In beiden Fällen laden wir Sie dazu ein, sich mit uns auf das Mysterium Geschichte einzulassen. Gemeinsam mit Friedemann Scriba (HU Berlin) begeben wir uns vom 10. bis zum 16. Juni 2018 auf eine facettenreiche Gedankenreise.

Durch Gespräche, spannende Lektüre, aber auch durch Augenschein suchen wir nach Antworten auf unsere persönlichen Fragen an die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit Erwarten Sie also keinen Frontalunterricht und keine Chronologie von Ereignissen, sondern assoziatives freies Denken über Erkenntnisse anhand von Geschichten. Hierzu lassen Sie Ihre eigens mitgebrachten Stücke der Erinnerung sprechen, tauchen in baskische Traditionen ein und suchen nach Spuren der Vergangenheit im Internierungslager Gurs.

Benötigen wir Orte der Erinnerung? Warum sprechen wir von der ‘German Angst’? Was genau kritisiert der Philosoph Daniel Tyradellis, wenn er ‘Müde Museen’ beklagt? Wie funktioniert historisches Verstehen? Wieweit prägen Ereignisse der Vergangenheit uns als Gesellschaft und als Individuum?

Wir hören, lesen, betrachten und staunen an einem geschichtsträchtigen und traditionsreichen Ort, um zu ergründen, ob der Historiker Reinhart Koselleck recht hatte, indem er sagte, die Geschichte sei eine Lehrerin fürs Leben.

Foto_FS_DSC05106_bearb_25-1-14Dr. Friedemann Scriba (*1960) ist Historiker, der gerne über die Prägekraft von Historie nachdenkt und diese anderen erschließt. Neben seiner Erfahrung als Geschichtslehrer und Weiterbildner arbeitet er als Personal Coach und Interkultureller Trainer in seiner Firma Orfeo.Berlin. Dank dieser Mischung unterschiedlicher Ausbildungen und Erfahrungen kann er auch anspruchsvolle, abstrakt scheinende Themen für neue Zielgruppen aufschließen und Diskussionen anstiften, die auch außerhalb der gewohnten Bahnen verlaufen. Außer seiner Dissertation “Augustus im Schwarzhemd?” über die Benutzung antiker Geschichte im italienischen Faschismus hat er über “Geschichte auch außerhalb des Klassenraums” und zuletzt einen “Essay über historisches Verstehen” veröffentlicht. Er lebt in Berlin.


Wochenplan

Wochentag Vormittagsprogramm Nachmittagsprogramm Abendprogramm
Sonntag,

10. Juni

 –  – Begrüßung und gemeinsames Diner. Vorstellung der Équipe sowie des Referenten und Ausblick auf die Denkwoche mit kurzen Hinweisen auf historische Kleinodien im Château d’Orion.
Montag,

11. Juni

Vorstellungsrunde. Wir erzählen die Geschichten unserer mitgebrachten Gegenstände bzw. derjenigen, die wir im Haus entdeckt haben. Ich und Geschichte. Wir sind hineingeboren, können ihr nicht entrinnen, betrachten sie und ordnen sie jeweils nach unseren individuellen Gesichtspunkten. Aber wie ist unser Geschichtsbild entstanden?

Hat Geschichtsschreibung einen Einfluss auf mich, auch wenn ich mich nicht dafür interessiere? Ist sie womöglich wirkmächtiger, wenn sie ignoriert wird?

„Hiroshima – wie Truman lernte die Bombe zu lieben“ Ein Dokumentarfilm über den Abwurf der Atombombe.
Dienstag,

1. Juni

Die Entstehung der Museen. Gemeinsam erschließen wir uns die Texte „Über den Ursprung des Sammelns“ von Kryztjof Pomian und über „Müden Museen“ von Daniel Tyrandellis. Allein in Deutschland arrangieren rund 6000 Museen für uns Geschichte. Der Philosoph Tyrandellis beklagt, dass sie ihren Auftrag kultureller Vermittlung nicht mehr erfüllen. Er fordert „Denk-Freiräume“. Praktische Anschauung #1. Chemins Bideak: Wir besuchen ein relativ neues Heimatmuseum im nahen Baskenland. Regionale Geschichte und ihre Darstellung.  –
Mittwoch,

13. Juni

Erlebte Geschichte. Spuren von Vergangenheit in unserem Leben. Wir sprechen über die Langzeitwirkungen von Geschichte im späteren Leben am Beispiel der sogenannten „Kriegskinder“. Praktische Anschauung #2. Besuch des Internierungslager Gurs, in dem u.a. Hannah Arendt und Martha Feuchtwanger gefangen gehalten wurden.  –
Donnerstag,

14. Juni

„lieux de mémoire“. Wir diskutieren Philippe Noras These von den Orten der Erinnerung. Der Fall Rudi Dutschke. Gesellschaft und Geschichte – eine verhängnisvolle Wechselwirkung? Die Lübecker Märtyrer. Ein Erinnerungsort im Dokumentarfilm nach 70 Jahren.
Freitag,

15. Juni

Theorie. Denkformen der Geschichte (Reinhart Koselleck) und das Konzept der narrativen Grundtypen (Hayden White). Geschichte und ich. Was wäre, wenn wir Geschichte umschreiben könnten?  –
Samstag,

16. Juni

Verabschiedung nach dem Frühstück.  –  –
Frühstück täglich um 9h, Mittagessen um 13h, Diner um 19h30. Denkzeiten vormittags von 10h30 bis 12h30, nachmittags von 15h30 bis 18h.

Änderungen je nach Wünschen der Gruppe vorbehalten.

Preis

Denkwochencode: 0418SCR

1.890€ im Einzelzimmer (1.680€ p.P. im Doppelzimmer) inklusive Vollpension und aller nicht-alkoholischen Getränke, Seminargebühr sowie 6 Übernachtungen im Château d‘Orion, Aquitanien, Frankreich. Alle Preise inkl. Mehrwertsteuer.

Für Ihr Wohlbefinden fühlt sich die gesamte Équipe d’Orion zuständig. Sprechen Sie uns gerne schon vor Ihrer Buchung an!

Bergkette der Pyrenäen_Foto Daniel Berkmann Hausfront_Foto Janna-Marie Schwanemann (1) Salon_Foto Janna-Marie Schwanemann

Näher beschreibt eine eigene Seite den komfortablen wie stilvollen Aufenthalt und auf der Seite des Château d’Orion finden Sie Hinweise zur Anreise. Es ist leichter als gedacht.

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