23. – 29. Oktober 2016: Was braucht der Mensch?

Denken ist für mich – keine Angst vor Klarheit und Ruhe zu haben
Elisabeth von Thadden

Ein Spaziergang durch berühmte Texte über das Brauchen

Referentin:  Elisabeth von Thadden
Veranstaltungsort: Château d’Orion

Schon 2015 haben wir uns eine Woche lang dem „Brauchen“ gewidmet. Wir sind eingetaucht in Geschichten und haben uns über Texte und Thesen zum Thema gebeugt.

Die Geschichte und die Gegenwart sind reich davon – von der Philosophie über die Soziologie bis zur Ökonomie widmen sich Autoren dieser Frage. Und die Antworten sind ebenso zahlreich wie spannungsreich. Ohne tiefe Wiedersprüche kommt fast keine aus.

Die untersuchten Autoren versuchen sich in eigenen Antworten: Martin Seel, Martha Nussbaum, Leo Tolstoi, genauso wie Eva Illouz oder Hartmut Rosa mit der Resonanztheorie.

Worum aber geht es allen? Es geht um Würde, nicht um Satisfaktion, um eine gerechte Gesellschaft und um die Autorenschaft des eigenen Lebens. In Beziehung zu dem und den anderen. Darum, was eigentlich das Menschliche sei.

Heute scheinen in der ökologischen Krise die herkömmlichen Energie-Ressourcen überholt oder aufgezehrt zu sein, aus denen die westliche Moderne ihren Wohlstand genährt hat. Aber auch im anderen Wortsinne sind die Energien erschöpft: die Individuen der konsumkapitalistischen Gesellschaften sind überfordert und müde. Auf die Frage, wie sie leben möchten, fehlen vielen die Antworten. „Genug“ ist ein Wort, das gegenwärtig in einer wachstumsskeptischen und zugleich modernebewussten Öffentlichkeit immer öfter zu hören ist. Grund genug weiter zu fragen und sich zu vergewissern: Was ist genug – und genug wovon? Was sind Grundbedürfnisse, was ist Wohlstand, was ist Überfluss? Was braucht der Mensch? Wovon lebt der Mensch? Was trägt ihn?

Das Thema ist nicht erschöpft und gewinnt täglich an Aktualität. Daher freuen wir uns die Gedanken in Verbundenheit mit Elisabeth von Thadden in 2016 vertiefen zu können.

In Zusammenarbeit mit ZEIT-Reisen

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Referentin

Dr. Elisabeth von Thadden, geboren 1961, ist über Goethe, den revolutionären Herbst 1989 und die Ökologie in den Journalismus gelangt, und sie versucht, ob durch ihre Texte, in Seminaren per Büchern, die Frage lebendig zu halten, was der Mensch braucht: In der ZEIT verantwortet die promovierte Literaturwissenschaftlerin und Mutter zweier Kinder das Politische Buch, sie war für Lehraufträge und als Fellow in Witten/Herdecke und am Center for European Studies der Harvard University, sie gehört dem Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentags an, und in Jena verbringt sie einen Monat im Jahr an der Friedrich-Schiller-Universität als Fellow am DFG-Kolleg „Postwachstumsgesellschaften“.