28. April – 04. Mai 2019: Das gute Leben
Was unser Leben gelingen lässt.

„Betrachte einmal die Dinge von einer anderen Seite, als du sie bisher sahst, denn das heißt, ein neues Leben beginnen.“ – Marc Aurel

 

Liebe Denkerin, lieber Denker,

wer auf der Suche nach Inspiration und Erholung ist und der Kunst des gelingenden Lebens auf die Spur kommen möchte, der ist im Château d’Orion, dem Gäste- und Kulturhaus am Fuße der Pyrenäen, genau richtig. Wo könnte man besser über Wesentliches nachdenken als unter der alten Platane mit Blick auf Wiesen, Weiden und Wälder oder vereint um das prasselnde Lagerfeuer?

 

Die Frage nach dem „guten Leben“ geht zurück bis in die griechische Antike und bis heute stellen wir sie immer wieder aufs Neue: Das gute Leben ist nichts, das sich ein für alle Mal erklären oder erreichen lässt, sondern es steht immer wieder auf dem Prüfstand: Veränderung und Wandel im persönlichen ebenso wie im gesellschaftlichen und politischen Leben machen neue Fragen und Antworten notwendig und jede Lebensphase findet ihre eigenen Eckpfeiler für das, was ein gutes Leben ausmacht. Dabei beschränken wir die Suche nach dem „Guten“ oft auf unser persönliches Wohlbefinden und individuelle Selbstverwirklichung, aber ist das Gute nicht weit mehr als das? Wie können wir dem Guten einen Stellenwert geben, das es als Handlungsmaßstab, als „Lebensgeländer“ ernst nimmt, ohne uns in moralische Konstruktionen zu zwängen?

Das weite Feld dessen aufzuspannen, was wir unter dem Guten verstehen können und wie wir es ins Verhältnis zu unserer persönlichen Lebenswelt setzen können, ist das zentrale Thema dieser Denkwoche. Dazu werden verschiedene philosophische Perspektiven erarbeitet und gleichzeitig Methoden und Denkweisen vorgestellt, die für die eigene Selbstüberprüfung von Nutzen sein können.

Das Ziel der Denkwoche liegt zum einen darin, den Blick für die philosophische Qualität des Guten zu öffnen, die als ethischer Kompass weit über das eigene Leben hinausreicht und dennoch dafür sorgt, dass wir in unseren persönlichen Lebensfragen eine Haltung finden, einen Standort, der gerade in einer komplexen und schnelllebigen Zeit für Orientierung sorgt und damit maßgeblich zum Gelingen unseres Lebens beiträgt.

 

Referentin

Dr. Ina Schmidt, ist promovierte Philosophin. Ihre Dissertation schriebe sie über den Begriff des Lebens in der Philosophie des 19. und 20. Jahrhunderts. Sie ist Gründerin der denkraeume, einer Initiative, in der sie in Vorträgen, Workshops und Seminaren philosophische Themen und Begriffe für die heutige Lebenswelt verständlich macht. Darüber hinaus Autorin verschiedener Bücher und freie Mitarbeiterin des Philosophiemagazins „Hohe Luft“. Zuletzt erschien 2014 „Auf die Freundschaft. Eine philosophische Begegnung oder wie aus Menschen Freunde werden.“ Ina Schmidt ist Mitglied der Internationalen Gesellschaft für philosophische Praxis und arbeitet als Referentin für die modern life school in Hamburg sowie die Liechtenstein Academy. Sie ist verheiratet, Mutter von drei Kindern und lebt mit ihrer Familie in Reinbek bei Hamburg.

 

Wochenplan

Wochentag Tagesprogramm
Sonntag, 28. April Anreisetag mit Abendprogramm: Begrüßung, Vorstellung der Équipe und Ausblick auf die anstehende Begegnungswoche, gemeinsames Diner
Montag, 29. April Sich selbst ein Anfang sein – die Frage nach dem guten Leben in der Antike.
Der platonische Idee des Guten als Handlungsmaßstab.
In seiner Staatslehre beschrieb schon Platon die Frage nach dem guten Leben als die zentrale Frage der Philosophie. Was ist es, woran wir unser Handeln unsere Entscheidungen und Überzeugungen ausrichten? Ist das Gute etwas, an das wir glauben, das wir erkennen oder erschaffen müssen? Und warum haben wir oft den Eindruck, dass es in unserer Welt eher um Macht und Nutzen, um Erfolg und persönliche Selbstverwirklichung geht – das Eigene also an die Stelle des Guten getreten zu sein?
Das „Gute“ als ein übergeordnetes Prinzips, das uns leiten kann.
Dienstag, 30. April Woran erkenne ich das „gute Leben“? Versuch einer persönlichen Ethik.
Von Aristoteles bis heute.
„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ – eine schlichte Volksweisheit, die aber einer sehr philosophischen Einsicht entspringt, nämlich der Frage, wie wir das Gute als ein mögliches Prinzip in unseren Handlungen verwirklichen und sichtbar machen müssen.
Dies ist die Grundlage dessen, was Platons Schüler Aristoteles mit der Niederschrift einer philosophischen Ethik verwirklicht wissen wollte: Das Streben nach Glücksseligkeit als ganz persönliches Ziel, das Gute nicht nur zu erkennen, sondern es auch leben zu lernen.
Tugend, Moral und Werte als praktische Maßstäbe für das menschliche Handeln.
Mittwoch, 01. Mai Gemeinsamer Tagesausflug.
Donnerstag, 02. Mai Das Gute braucht Gesellschaft:
Das gute Leben braucht Beziehung.

Um das Gute zu erkennen, es wieder und wieder zu entdecken und daraus persönliche Handlungsleitlinien zu formen, brauchen wir andere Menschen. Wir brauchen sie als Gesprächspartner, als Kritiker, als Freunde und Ratgeber – denn das, was wir sind, findet immer im Austausch mit der Welt und den Menschen darin statt: also auch das, was wir für das Gute halten. Aristoteles war sich sicher, dass der Mensch ein soziales Wesen ist und die heutigen Erkenntnisse von Philosophie, Psychologie und Neurowissenschaft bestätigen ihn darin: Wir spiegeln uns in unserem Gegenüber und lassen so das entstehen, was wir für ein gutes Leben brauchen.
Von Freundschaft der Liebe und menschlicher Bezogenheit.
Freitag, 03. Mai Die Praxis einer philosophischer Lebenskunst:
Wie lebe ich ein gutes Leben?

Wie können wir diese Suche nach dem Guten – als Prinzip, als Wert, als Gegenstand und Kraft menschlicher Beziehungen – aber tatsächlich verwirklichen? Die Philosophie ist eine Meisterin der Annäherung, und damit eine Expertin darin, einen Umgang mit etwas zu finden, das nicht „festgestellt“, sondern immer wieder aufs Neue entdeckt und mit Leben gefüllt werden will.
Einige philosophische „Selbsttechniken“, die von der antiken Selbstsorge bis zu Michel Foucaults „sokratischem Imperativ“ reichen, können dabei helfen, die persönliche Suche nach dem Guten zu unterstützen: Für einen klaren Blick und geschärfte Begriffe zu sorgen, um erkennen zu lernen, wann wir es mit dem „Guten“ zu tun haben, und wann eher nicht.
Philosophie als Lebenskunst: Eine Ethik der Selbstbemeisterung.
Samstag, 04. Mai Verabschiedung nach dem Frühstück
Frühstück täglich um 9h, Mittagessen um 13h, Abendessen um 19h30. Denkzeiten vormittags von 10:30h bis 12:30h, nachmittags von 15:30h bis 18:00h.

Änderungen je nach Wünschen der Gruppe vorbehalten.

 

Preis

Denkwochencode: 0319ISC

1.890€ im Einzelzimmer (1.680€ p.P. im Doppelzimmer) inklusive Vollpension und aller nicht-alkoholischen Getränke, Seminargebühr sowie 6 Übernachtungen im Château d‘Orion, Aquitanien, Frankreich. Alle Preise inkl. Mehrwertsteuer.

Bei Buchung bis zum 30.11.2018 bieten wir eine Early Bird Reduktion von 10% auf den Gesamtpreis der Denkwoche (1.701€ p.P. im Einzelzimmer / 1.512€ p.P. im Doppelzimmer).

Für Ihr Wohlbefinden fühlt sich die gesamte Équipe d’Orion zuständig. Sprechen Sie uns gerne schon vor Ihrer Buchung an!

Bergkette der Pyrenäen_Foto Daniel Berkmann Hausfront_Foto Janna-Marie Schwanemann (1) Salon_Foto Janna-Marie Schwanemann

Näher beschreibt eine eigene Seite den komfortablen wie stilvollen Aufenthalt und auf der Seite des Château d’Orion finden Sie Hinweise zur Anreise. Es ist leichter als gedacht.

[Zur Anmeldung…]

 

 

 

 

Die Denkwochen 2019 werden von unserem Partner Château d’Orion veranstaltet.