12 Jul

Mit der Komplexität tanzen

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Organisationen kybernetisch in die Zukunftsfähigkeit führen

 

„Think before you think.“ – Stafford Beer

 

Im April kommenden Jahres läuten wir die Denkwochen 2017 mit einem Thema ein, welches uns täglich in unserem Arbeitsleben umtreibt. Wie ist es möglich, mit der zunehmenden Komplexität von Aufgaben, Abläufen und Strukturen umzugehen, wie schaffen wir den Spagat zwischen Spezialisierung und Interdisziplinarität und wie können wir die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen und Organisationen aktiv gestalten? Um diese Prozesse zu verstehen, müssen wir jedoch zunächst mehr über Kausalitäten erfahren – “Was kommt von was?” lautet die zentrale Frage. Unser Referent und Vordenker Mark Lambertz beschreibt, was Unternehmen von Sokrates und Kybernetik lernen können:

 

“Ausnahmslos alle Unternehmen stehen vor der Herausforderung, mit der exponentiellen Entwicklung der Digitalisierung Schritt zu halten. Egal ob es dabei um neue Technologien oder den hohen Vernetzungsgrad von Kunden, Lieferanten und potentiellen Mitarbeitern geht: Die Situation ist komplexer denn je.

Im gleichen Maße wird immer deutlicher: Die bisherigen Führungs- und Organisationsmethoden können diese Komplexität nicht mehr abbilden. Das klassische Organigramm in Verbindung mit dem oft einhergehenden Top-Down-Management verhindert eher die Orientierung hin zu einem hochdynamischen Markt. Somit entsteht aber nicht das dringend benötigte Umfeld innerhalb des Unternehmens, um immer anspruchsvolleren Kunden UND Mitarbeitern genau die Art von Erfahrungen zu liefern, welche nachhaltig Wert schaffen. Customer Experience und Employee Experience gehen Hand in Hand und verstärken sich gegenseitig – im positiven, wie im negativen Sinne.

Die linearen Denkmuster stoßen an ihre Grenzen, und es erscheint vielen Führungskräften unmöglich, ein Bild vom Ganzen zu gewinnen; der westlich geprägte Reduktionismus ist tief kulturell verankert, sodass wir das Denken in Zusammenhängen verlernt zu haben scheinen. Wir sind Experten im Vermessen von Details geworden, doch dieses Wissen ist nutzlos wenn es darum geht eine komplexe Situation zu meistern. Nur ein ganzheitliches Denken, welches auch Unschärfen zulässt, kann erfolgreich mit diesen Herausforderungen umgehen.

Die Denkwoche vermittelt praxisorientiert neue Denk-Werkzeug und bietet Ihnen die Gelegenheit, eine neue Haltung im Umgang mit dynamischer Komplexität zu entwickeln:

  • Woher können wir wissen, was wir wissen?
  • Was ist Komplexität?
  • Wie entsteht Komplexität?
  • Wie können wir eine komplexe Situation erfassen?
  • Vom unscharfen Denken und der Fuzzy Logik
  • Was ist ein System?
  • Wie unterscheidet es sich von der Umwelt, in welche es eingebettet ist?
  • Was ist der Zweck eines Systems?
  • Was unterscheidet Zweck von Ziel?
  • Welche Chancen und Risiken erwarten uns im Umgang mit Komplexität?
  • Was sind die typischen Irrtümer, die sich im Umgang mit der Komplexität ergeben?
  • Ein neues Menschenbild: Idea of a complex man

Im weiteren Verlauf machen wir uns dann Erkenntnisse der Neurobiologie und der Kognitionswissenschaften zunutze, um die Endlichkeit unseres bewussten Denkapparats zu verstehen und wie es gelingen kann, die unbewussten Denkvorgänge als Ressource zu erschließen. Hierbei streifen wir die Fragestellung, wie unsere Intuition zur Bewältigung von Komplexität dienlich sein kann, und wann die kognitiven Filter uns einen Streich spielen und relevante Informationen zur Bewertung einer Situation verzerrt sind.

Dieser Teil der Denkwoche steht unter dem Vorzeichen der Kybernetik als der Wissenschaft von den vertretbaren Metaphern, wie es Gordon Pask einmal so schön schrieb. Die Kybernetik bietet jene zuvor gewünschten Denkwerkzeuge, um komplexen Sachverhalten besser gerecht werden zu können.

Das Spektrum umfasst u.a. folgende Inhalte, einschließlich vieler praktischer Übungen:

  • Die Geschichte der Kybernetik – von Ouroboros, Buddha und Cybersyn
  • Rückkopplung im Alltag und im Unternehmen
  • Prinzipien und Naturen der Rückkopplung
  • Daten, Informationen und Wissen, oder wie die Sprache die Komplexität treibt
  • Über die Entwicklung von Zukunftsszenarien
  • Kausale Schleifen-Diagramme als einfache Sprache, um komplexe Situationen zu beschreiben
  • Grundlagen von System Dynamics als Werkzeug um dynamische Wirkgefüge zu verstehen und Hebel zur Lenkung zu erkennen
  • Das Modell für lebensfähige System (Stafford Beer) zur Steuerung komplexer Organisationen
  • Win-Win ist nicht die Lösung, sondern das Problem. Gedanken zum Begriff Symbiose und Nachhaltigkeit

Schnell wird klar, dass die Phänomene der Kybernetik allgegenwärtig sind und dass es sinnvoll ist, sich diese fortlaufend zu vergegenwärtigen – denn durch eine „kybernetische Haltung“ verlieren diese dynamischen Zeiten ihre bedrohliche Erscheinung.”

 

 

_H1A0001Mark Lambertz wurde 1971 in Düsseldorf geboren und arbeitet als Berater und Coach für Unternehmen, welche in diesen komplexen Zeiten die Chancen der Digitalisierung für sich erschliessen möchten. Der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Fähigkeiten steht hierbei stets im Mittelpunkt seiner Arbeit.

Er co-gründete 1995 die Digitalagentur anyMOTION und leitete diese 20 Jahre lang. In dieser Zeit wuchs das Unternehmen auf 60 Mitarbeiter heran und ist seitdem im Digital Ranking in den Top70 vertreten. Des weiteren ist er Autor von “Freiheit und Verantwortung für intelligente Organisationen“, der Einführung in das Viable System Model.

Seine Professionellen Schwerpunkte liegen in den Bereichen Business Model Generation, Customer Experience Design, Innovation Integration, Strategie-Entwicklung, Konzeption, System Design, Supervision und Organisations-Entwicklung.

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