18. – 24. August 2019: Absurdität, Freiheit, Hoffnung
Eine Lesewoche mit Albert Camus

“l’Étranger” – Jacques Ferrandez

“Die höchste Form der Hoffnung ist die überwundene Verzweiflung.” – Albert Camus

 

Liebe Denkerin, lieber Denker,

wer auf der Suche nach Inspiration und Erholung ist und der Kunst des gelingenden Lebens auf die Spur kommen möchte, der ist im Château d’Orion, dem Gäste- und Kulturhaus am Fuße der Pyrenäen, genau richtig. Wo könnte man besser über Wesentliches nachdenken als unter der alten Platane mit Blick auf Wiesen, Weiden und Wälder oder vereint um das prasselnde Lagerfeuer?

 

Albert Camus (1913 – 1960) zählt zu den wenigen Denkern des 20. Jahrhunderts, die nichts von ihrer Aktualität verloren haben und die sich nicht zu leblosen Klassikern der Philosophiegeschichte degradieren lassen. Camus hat uns noch heute etwas zu sagen, wohl mehr als sein Widersacher Jean-Paul Sartre. Sein Denken fernab rigider Ideologien lässt sich auf politische Diskussionen der Gegenwart fruchtbar anwenden, und mit den Leitbegriffen seiner Texte – „Absurdität“, „Freiheit“, „Hoffnung“ – sind Überlegungen möglich, die unsere alltägliche Existenz im Kern zu treffen vermögen – ungeachtet des Eingebundenseins in ihre historische Entstehung. Was das konkret bedeutet, soll sich in der intensiven Lektüre seiner wichtigsten Bücher zeigen: der Romane „Der Fremde“ und „Die Pest“ sowie der Essays „Der Mythos des Sisyphos“ und „Der Mensch in der Revolte“.

 

Referent

Prof. Dr. Rainer Moritz studierte Germanistik, Philosophie und Romanistik. Seit 2005 leitet er das Literaturhaus Hamburg. Er ist Vize-Präsident der Marcel Proust Gesellschaft, schreibt Literaturkritiken unter anderem für die „Neue Zürcher Zeitung“, den MDR, den Deutschlandfunk sowie die „Literarische Welt“ und veröffentlichte zahlreiche Bücher – darunter „Die Überlebensbibliothek. Bücher für alle Lebenslagen“ und „Mein Vater, die Dinge und der Tod“.

 

 

Wochenplan

Wochentag Tagesprogramm
Sonntag, 18. August Anreisetag mit Abendprogramm: Begrüßung, Vorstellung der Équipe und Ausblick auf die anstehende Begegnungswoche, gemeinsames Diner
Montag, 19. August Wer war Albert Camus?

Wer war dieser Mann, der 1913 in Algerien geboren wurde und in einfachsten Verhältnissen aufwuchs? Der mit 46 Jahren bei einem Autounfall ums Leben kam, drei Jahre, nachdem ihm der Literaturnobelpreis zugesprochen worden war? Wir wollen seine Biografie in Umrissen kennenlernen, den Lebensweg eines Denkers, der sich nicht vereinnahmen ließ und dessen Ausstrahlung nichts von seiner Wirkung verloren hat.

Dienstag, 20. August Camus’ Roman „Der Fremde“ (1942)

Es ist die Geschichte eines jungen Franzosen in Algerien, den ein lächerlicher Zufall zum Mörder macht. Sie machte ihren Verfasser – 1942 im besetzten Frankreich – mit einem Mal bekannt. Der Roman gilt als einer der Haupttexte des Existenzialismus. Womit und weshalb er uns noch heute so verstört, wollen wir ergründen, auch mit einem Blick auf Kamel Daouds 2016 erschienenes Buch „Der Fall Meursault – eine Gegendarstellung“.

Mittwoch, 21. August Zeit für einen Ausflug in die Umgebung und für Lektürestunden, die nichts mit Camus zu tun haben müssen
Donnerstag, 22. August Camus’ Roman „Die Pest“ (1947)

Ratten suchen die Stadt Oran heim. Bald darauf sterben die ersten Menschen an einem tückischen Fieber: Die Pest wütet in der Stadt. Was hat Camus’ berühmtester Roman mit dem Zweiten Weltkrieg und mit der Résistance zu tun? Was heißt es für Menschen, im Angesicht einer Katastrophe zu handeln? Das wollen wir im Gespräch erfassen.

Freitag, 23. August Camus’ philosophische Hauptschriften: „Der Mythos des Sisyphos“ und „Der Mensch in der Revolte“

„Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen“ – dieser Satz Albert Camus’ wird häufig zitiert, doch was besagt er genau? Anhand der beiden Essays wollen wir Camus’ Denken besser kennenlernen und verstehen, was mit dem Absurden und mit Revolte gemeint ist. Und was sich damit heute vielleicht anfangen lässt.

Samstag, 24. August Verabschiedung nach dem Frühstück
Frühstück täglich um 9h, Mittagessen um 13h, Abendessen um 19h30. Denkzeiten vormittags von 10:30h bis 12:30h, nachmittags von 15:00h bis 18:00h.

Änderungen je nach Wünschen der Gruppe vorbehalten.

 

Preis

Denkwochencode: 0819RMO

1.890€ im Einzelzimmer (1.680€ p.P. im Doppelzimmer) inklusive Vollpension und aller nicht-alkoholischen Getränke, Seminargebühr sowie 6 Übernachtungen im Château d‘Orion, Aquitanien, Frankreich. Alle Preise inkl. Mehrwertsteuer.

In Zusammenarbeit mit ZEIT Reisen.

Für Ihr Wohlbefinden fühlt sich die gesamte Équipe d’Orion zuständig. Sprechen Sie uns gerne schon vor Ihrer Buchung an!

Bergkette der Pyrenäen_Foto Daniel Berkmann Hausfront_Foto Janna-Marie Schwanemann (1) Salon_Foto Janna-Marie Schwanemann

Näher beschreibt eine eigene Seite den komfortablen wie stilvollen Aufenthalt und auf der Seite des Château d’Orion finden Sie Hinweise zur Anreise. Es ist leichter als gedacht.

[Zur Anmeldung…]